Praxis für Logopädie und
Myofunktionelle Craniofaziale Therapie

MFT

Was ist MFT:

Die myofunktionelle craniofaziale Therapie (MFT) beschäftigt sich mit den Funktionen von
Lippen, Zunge, Atmung und Körperhaltung.
Mundatmung, eine falsche Zungenruhelage (ZRL) oder ein fehlerhaftes Schluckmuster
beeinflussen nicht nur die Sprache, sondern auch Zahnstellung, Kieferentwicklung,
Gesichtswachstum und Körperstatik.

Warum ist MFT wichtig?

  • Mundschluss & Nasenatmung: Grundlage für gesunde Entwicklung, guten Schlaf und allgemeine Gesundheit.
  • Zungenruhelage (ZRL): Die richtige Lage der Zunge am Gaumen prägt die Zahnstellung am stärksten – sie wirkt rund 19 Stunden pro Tag, während Schlucken, Sprechen oder Essen nur ca. 5 Stunden ausmachen.
  • Schluckmuster: Ein physiologisches Schlucken (500–1000 Mal täglich) unterstützt die Kieferentwicklung.
  • Ganzkörperzusammenhänge: Kiefer- und Gesichtsentwicklung beeinflussen Haltung, Statik und Bewegungsmuster.

Typische Indikationen

  • Mundatmung, falsche Zungenruhelage, fehlerhafte Schluckmuster
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKGS)
  • Syndrombedingte Störungen (z. B. Down-Syndrom)
  • Säuglinge mit Trink- und Schluckstörungen
  • Gesichtswachstumsstörungen oder auffällige Körperstatik

Therapieansatz – Module I–III

Die Therapie orientiert sich am mykie®-Prinzip, wird aber individuell angepasst.

  • Modul I: Mundschluss, Nasenatmung, Abbau oraler Habits (z. B. Schnuller, Daumen), Atem- und Körperarbeit
  • Modul II: Aufbau einer korrekten Zungenruhelage
  • Modul III: Physiologisches Schlucken

Zusatzbausteine

  • Analyse von Zahnstellung, Gesichtswachstum und Körperhaltung
  • Integration frühkindlicher Reflexe (INPP)
  • Sensorische Integration (SI)
  • Faszienstimulation nach KOST (nach Susanne Codoni)
  • Überprüfung der Lippenbänder und Zungenbänder

MFT anschaulich erklärt

Die enge Zusammenarbeit mit mit den Patienten selber / bei Kindern auch mit den Eltern ist zentral. Sie erhalten zu Beginn ein Video mit allen Hintergrundinformationen. Übungen werden mit detaillierten Arbeitsblättern und Videos begleitet, um Ihnen die Arbeit zu Hause zu erleichtern.

Tensegrity-Modell

Der Körper ist ein vernetztes System: Veränderungen wirken sich immer auf das Ganze aus.
Das Tensegrity-Modell verdeutlicht, wie Druck und Zug an einem Punkt den gesamten
Körper beeinflussen.

Illustration/Tensegrity-Simulation: eigene Darstellung mit KI-Unterstützung (ChatGPT)

Schema Körperhaltung vs. Zahnstellung

Die gesamte Körperhaltung beeinflusst Myofunktion, Gesichts- und Kieferwachstum sowie
Zahnstellung.

Schema Kopfhaltung

Je nach Kopfstellung verändern sich Druck- und Zugverhältnisse zwischen Schultergürtel und
Kopf – mit Einfluss auf Myofunktion, Kiefer- und Gesichtswachstum und Zahnstellung.

Quelle: Codoni, F. (2003). Myofunktionelle Therapie. Grundlagen und praktische Übungen.
Schulz-Kirchner

Orofaziale Funktionen

Orofaziale Funktionen sind alle Bewegungs- und Ruhelagen im Mund-, Gesichts- und Kieferbereich. Dazu gehören:

  • Mundschluss
  • Nasenatmung
  • Zungenruhelage
  • Kauen
  • Schlucken

Diese Funktionen beeinflussen das Wachstum des Kiefers und die Stellung der Zähne. Wenn sie nicht im Gleichgewicht sind, kann es zu ungünstigen Entwicklungs- und Belastungsmustern kommen – z. B. offener Mundhaltung, veränderter Zungenposition, Engstand der Zähne oder Schwierigkeiten beim Atem- und Schluckmuster.

In der myofunktionellen craniofazialen Therapie werden diese Funktionen gezielt geschult und wieder ins Gleichgewicht gebracht. Dabei werden auch die Faktoren berücksichtigt, die sie beeinflussen, wie Körper- und Kopfhaltung, Atmung, Muskelspannung und Gewohnheiten.

Eine ausgeglichene Myofunktion unterstützt ein gesundes Wachstum von Kiefer und Zähnen und hilft, kieferorthopädische Resultate stabil und langfristig zu sichern.

Mundschluss und Nasenatmung

Geschlossene Lippen mit Nasenatmung

Leicht geöffnete Lippen
Fehlstellung Fallbeispiel 1

Fehlstellung Fallbeispiel 2

Basale interdentale Zungenruhlage (ZRL) mit Lippenöffnung

Korrekte Zungenruhlage (ZRL)

Quelle: Codoni, F. (2003). Myofunktionelle Therapie. Grundlagen und praktische Übungen.
Schulz-Kirchner

Zusammenarbeit

Ich arbeite eng mit Kieferorthopädie und weiteren Fachpersonen zusammen (Physiotherapie,
Osteopathie, Ergotherapie, Optometrie, HNO), um eine ganzheitliche Begleitung anzustreben.

Weiterführende Informationen

  • mykie.de
  • Fachverband Schweiz FKSc/MFT
  • MAS Cranio-Facial Kinetic Science – Universität Basel
  • orthodontiepediatrique.ch
  • horthoglobal.ch
  • lkgs-schweiz.ch
  • lkg-spalte.ch
  • emr.ch